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Start für die Zukunftswerkstatt

Start für die Zukunftswerkstatt

Groß-Zimmern – 10 000 Euro Anschubfinanzierung der IHK, das klang durchaus verlockend. Von Jens Dörr

Sechtsklässler sangen zur Eröffnung unter Leitung von Musiklehrerin Sabine Abel (rechts) und Klassenlehrer Timo Kiel (hinten). – Foto: Jens Dörr

Das leugneten Schulleiter Helmut Buch und Ingeborg Klages, Leiterin des Haupt- und Realschulzweigs der Albert-Schweitzer-Schule (ASS), am Mittwochnachmittag bei der Eröffnung der „Zukunftswerkstatt“ nicht. Doch Geld war nicht der Antrieb, das Projekt an der ASS einzuführen. Die Eröffnungsfeier bildete den Startschuss des Vorhabens, das Jugendlichen durch die Verbesserung der Ausbildungsreife eine frühe Berufsorientierung, bewusste Berufswahl und somit einen reibungslosen Übergang von der Schule in die Ausbildung ermöglichen will. Schüler und Unternehmen sollen davon in erster Linie profitieren, in zweiter Instanz aber auch das Gemeinwohl insgesamt. Menschen in qualifizierten Arbeitsverhältnissen liegen schließlich dem Staat nicht auf der Tasche und zahlen Beiträge in die Sicherungssysteme ein. Am Puls der Zeit ist das Vorhaben auch deshalb, weil kräftesuchenden Unternehmen auf der einen Seite nach wie vor tausende Schulabgänger insbesondere der Haupt- und Realschulzweige auf der anderen gegenüberstehen, die nach ihrem Abschluss oft zunächst nicht weiter wissen.

Es sei also ein sehr gutes und sinnvolles Projekt, das man an der ASS als zweite Schule im Ostkreis Darmstadt-Dieburg angehe, darin waren sich die Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Schullandschaft einig.

Bürgermeister Achim Grimm begrüßte die Eröffnung der in anderthalb Jahren realisierten Planung und Einrichtung der „Zukunftswerkstatt“ ebenso wie der Landtagsabgeordnete Manfred Pentz oder IHK-Präsident und Verleger Hans-Peter Bach. Im Jahr ihres 150-jährigen Bestehens hatte die IHK Darmstadt Rhein Main Neckar in ganz Südhessen das fünfstellige Budget pro nachfragender Schule bereitgestellt und wird dies auch weiter tun – so lange die Mittel aus dem Topf reichen.

Die wesentliche Arbeit vor Ort – dafür gab es vielfach Dank und Anerkennung – hatte an der ASS derweil besonders Klages koordiniert. Vom Endergebnis, der Einrichtung eines neuen Fachraums für die Berufsorientierung, überzeugten sich die Besucher der Zimmerner Gesamtschule nach der Eröffnungsfeier.

In der „Zukunftswerkstatt“ sammelt die Schule Materialien zur Berufsorientierung. Hier können sich die Jugendlichen praktisch und anschaulich aus erster Hand über verschiedene Berufsbilder, Ausbildungswege und Anforderungen in der Region informieren. Dafür dürfen die Haupt- und Realschüler, die die Werkstatt in erster Linie nutzen werden, einen Teil ihrer Unterrichtszeit (Klassenlehrerstunde) verwenden. Neben Lehrern begleiten Unternehmensvertreter und Experten aus der Praxis die Orientierung und letztlich auch die Berufswahl. Das Spektrum reicht von Banken und Versicherungen bis hin zum Handwerk.

Den Unternehmen bieten sich verschiedene Kooperationsmöglichkeiten mit der ASS: So können sich Partner mit einem Geldbetrag oder durch Sachleistungen einbringen – als Gegenleistung nutzen sie die Zukunftswerkstatt, um sich zu präsentieren und letztlich frühzeitig junge, clevere Köpfe der ASS für sich zu interessieren.

Auch der Landkreis trägt zur „Zukunftswerkstatt“ bei, indem er innerhalb der ASS die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt. Die Gemeinde unterstützt das Projekt über die Kinder- und Jugendarbeit schon seit langem. Den wichtigsten Beitrag abseits des Materiellen leistet jedoch die Schule selbst. Auch deswegen strahlte Pentz in seinem Grußwort, er sei „stolz, auf dieser Schule gewesen zu sein“. Auch Bürgermeister Grimm drückte hier einst die Bank und blickte auf die vergangenen Jahrzehnte zurück: „Die Schule hat eine hervorragende Entwicklung genommen.“ Pentz wiederum ergänzte untermauernd, dass heute schon Realität sei, was früher kaum denkbar gerwesen wäre: „Dass Eltern und Schüler aus Dieburg die Albert-Schweitzer-Schule für ihren Bildungsweg nach der Grundschule wählen.“