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Ein Lied für Respekt und Toleranz

Montag, 21.03.2016, Kategorie: News

MUSIK Groß-Zimmerner Schüler entwickeln einen Rap und spielen ihn unter Studio-Bedingungen ein

GROSS-ZIMMERN – GROSS-ZIMMERN. „Wir sind anders, keiner gleich, das erst macht die Welt so reich“, heißt es in der „Bridge“ des Rap-Songs „Anders“. Amir, Leonardo, Murat und Emin haben Kopfhörer auf und intonieren den Sprechgesang, bis Tonmeister Jochen Schnur zufrieden ist. Der Song ist ein Beitrag der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) in Groß-Zimmern zur diesjährigen Schreibwerkstatt der Sparkasse Dieburg.

„Anders“ ist nicht nur der Titel des Songs, sondern auch das Motto dieser Schreibwerkstatt. Musikpädagoge Andreas Schiener hat das Stichwort aufgegriffen und es vor dem Hintergrund der schulischen Internationalität weiterentwickelt. An der ASS gebe es derzeit 850 Schüler, davon 28 Prozent mit so genanntem Migrationshintergrund, sagt Schiener. Dabei seien diejenigen nicht mitgezählt, die inzwischen die deutsche Staatsangehörigkeit hätten. Der Anteil mit Wurzeln im Ausland dürfte also noch größer sein.

28 Nationen an der Schule

„Insgesamt sind 28 Nationen bei uns vertreten. Für das Miteinander sind also Respekt, Toleranz und Akzeptanz extrem wichtig“, betont der Pädagoge. „Musik war schon immer grenzüberschreitend, und Musik ist auch in der Lage, Menschen zu verbinden.“

Das alles findet sich komprimiert in Zeilen des von den Schülern mehrerer Parallelklassen erarbeiteten Textes, mit so griffigen Aussagen wie „Jeder hat Charakter, Glaube und Kultur, so tickt das Leben, so tickt die Uhr, so sind die Regeln im Lebensspiel, anders zu bleiben – das ist unser Ziel.“

Yara (11) erklärt: „Wir haben diesen Rap selber geschrieben, mit den Parallelklassen, in ein paar Wochen, im Musikunterricht. Es ging um das Thema Anders.“

Carolin (11) ergänzt: „Der Herr Schiener hat einen Flyer mitgebracht, auf dem Anders draufsteht, und uns vorgeschlagen zu schreiben, was anders ist an anderen Leuten. Daraus haben wir einen Rap geschrieben. Anders bedeutet zum Beispiel anders denken, oder dass ich nicht so gut schwimmen kann oder ein anderer nicht so gut ist im Sport, oder er gehört einer anderen Religion an.“

Leonardo (11) präzisiert: „Herr Schiener hat uns vorgeschlagen, fünf Sachen zum Thema Anders hinzuschreiben, was alles anders ist, zum Beispiel das Geschlecht, und daraus sollten wir einen Rap schreiben. Das war sehr cool. Wir haben ein, zwei Monate dafür gebraucht, und hier rappen wir jetzt in Kleingruppen jeweils 45 Minuten.“

Auftritt beim nächsten Schulfest

Amir (12) ist begeistert: „Ich finde den Rap ganz toll, weil ich mit meinen Freunden zusammen singen kann, und das macht mich glücklich, weil es zeigt, dass nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder so was können. Ob wir damit auf dem nächsten Schulfest auftreten, steht allerdings noch aus.“ Im Hintergrund nickt Herr Schiener schon mal.

Jochen Schnur vom Tonstudio Audio Joy aus Groß-Umstadt erklärt seinen Beitrag zum Projekt: „Ich bin jetzt im fünften Jahr dabei, wir machen eine Hörspiel-CD, darauf werden dieses Jahr auch ein Märchen von einer Schulklasse und dieser musikalische Beitrag der ASS drauf sein. Wir nehmen heute auch noch den aktuellen Song für die Schreibwerkstatt auf, der auf der musikalischen Basis von Life is Life entstehen wird. Wir haben den Kontakt zur Band Opus gesucht und dürfen nun wahrscheinlich den Song kostenfrei covern.“

Schiener ist übrigens in Zusammenarbeit mit seiner Frau Kerstin auch seit einiger Zeit der Organisator der Schreibwerkstätten und freut sich darauf, am 18. Mai im Forum S der Sparkassen-Zentrale in Groß-Umstadt mit seinen Schülern die Songs live präsentieren zu dürfen.

Klaus Holdefehr im Darmstädter Echo vom 11.03.2016

 

Siehe auch den thematisch entsprechenden Beitrag im Lokalanzeiger.

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